Start A-Z Aktuell Kontakt Gemeinde Die Kirche Orgel Konfirmanden Gottesdienste Kirchenmusik Links


Bewegendes Konzert zum Totensonntag

Des allzeit präsenten Themas von Leben und Sterben hatte sich die Cappella St. Nikolai, der Kammerchor der Flensburger St. Nikolaikirche, an diesem Ewigkeits-Sonntag auf besonders bewegende Weise angenommen. Mit Präludium und Fuge in c von Johann Sebastian Bach gelang Kerstin Petersen, Konzertorganistin aus Hamburg, ein perfekter Einstieg. Sie hatte den Orgelpart übernommen und verstand es gekonnt, die vielen Facetten der großen Woehl-Orgel herauszuarbeiten, sei es im strahlenden Barockglanz der Schnitger-Orgel oder in den vielfältigen Nuancen des symphonischen Orgelteils. Für den Chor war ebenfalls Bach und seine variantenreiche Motette »Jesu, meine Freude« das richtige Entrée. Unter der behutsamen, präzisen Leitung von Kirchenmusikdirektor Michael Mages zeigte der Kammerchor nicht nur einen sensiblen Umgang mit dem vertonten Wort, sondern nahm engagiert und stimmlich ausgewogen die Klippen der Bachschen Motette mit Bravour.

Das stilistisch breit gefächerte Repertoire machte das Konzert zum besonderen Erlebnis. Von der Orgelempore aus intonierte der Chor in mystischer Jenseitigkeit Gabriel Faurés »Cantique de Jean Racine«. Zeitgenössische Komponisten folgten, die dem Chor besonders entgegenkamen: Knut Nystad, der in seinen anrührenden Stücken kirchliches Liedgut mit moderner Klangtechnik verknüpfte, Eric Withacres »Lux Aurumque«, warm und schwer wie pures Gold, und Herbert Howells, dessen »Magnificat« mit sanfter Orgelbegleitung zu einer bewegenden Lobpreisung Mariens wurde.

Ein kleines Highlight, die Lesung eines Gedichtes von Ursula Vaughan Williams »A Hymn for St. Cecilia« und dessen darauf folgende Vertonung von Herbert Howells. Kerstin Petersen an der Orgel zeigte mit Kompositionen von Sigfrid Karg-Elert und William Albright individuelle Harmonik und ungewöhnliche Klang-Cluster. Schluss- und Höhepunkt: Jubilar Benjamin Britten, dessen »Festival Te Deum« Chor und Organistin mit seiner satztechnischen Raffinesse viel abverlangte, da schwang sich der Sopran in engelsgleiche Höhen über einer tiefen, raumfüllenden Orgelbegleitung in einer einzigartigen musikalischen Zwiesprache mit der Ewigkeit Gottes. Minutenlange Stille – dann belohnte donnernder Applaus diese großartige Leistung.

sh:z | FT | Ursula Raddatz | 26. November 2013