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Händels »Messiah«: Konzert der Extraklasse

Auch 271 Jahre nach seiner Entstehung übt der »Messias« von Georg Friedrich Händel immer noch eine solch ungeahnte Faszination aus, dass die ehrwürdige St. Nikolaikirche zu Flensburg kaum genug Raum bot für alle Besucher, die sich dieses opulente Werk nicht entgehen lassen wollten.

Wie sehr der »Messias« es auch vermochte, den St.-Nikolai-Chor, die vier Solisten und das Orchester-Ensemble »Ars Musica« zu Höchstleistungen anzuspornen, wurde schnell hörbar. Händel selbst hat seine Komposition in nur 23 Tagen fertiggestellt, sich diese vertonten Episoden aus dem Leben Jesu zu erarbeiten, benötigte mehr Zeit, gerade für den Chor, der daneben noch geregelter Arbeit nachgeht.

KMD Michael Mages hat ein ausgezeichnetes Gespür dafür, dieses emotionsgeladene Werk individuell zu gestalten, dem Chor viel Raum zu geben um sich ständig steigernd und kontrastreich zu beinahe überirdischem Gesang zu erheben. Das wurde im weltweit bekannten Jubelchor, dem »Hallelujah« besonders deutlich, als die Sopran-Stimmen in engelhafte Höhen entschwebten.

Die Sechzehntel-Koloraturen, die verkünden, »dass uns ein Kind geboren ist« gelangen dem auch in der Textverständlichkeit bestens präparierten Nikolai-Chor ebenso gut wie den tiefen Schmerz um die Leiden Jesu zu vermitteln und die Qualen, die er am Kreuz erduldet.

Das Solisten-Quartett stand dem keineswegs nach. Marret Winger gestaltete mit ihrem kristallklaren, strahlenden Sopran besonders anrührend die Arie »Ich weiß, dass mein Erlöser lebt«. Der warm-timbrierte Alt von Manuela Mach gab den Themen um die Geburt des Herrn emotionale Tiefe und gefiel besonders im zarten Hirtenduett mit dem Sopran. »Every valley«, alle Täler, Berge und Hügel besang Tenor Nicholas Smith gleich zu Beginn und bestach durch seine Strahlkraft, Lyrik und große Ausdrucksstärke, während Julian Redlins Bass mit wohldosierter Dramatik und textorientierter Modulation, auch in mitreißender Zwiesprache mit der Trompete, das jüngste Gericht heraufbeschwor.

Das Ensemble Ars Musica ließ hochmotiviert und engagiert nicht nach, Chor und Solisten effektvoll zu unterstreichen und in den Instrumental-Stücken solistisch zu glänzen. Die meisterhaft gelungene »Amen«-Fuge beendete nach zweieinhalb Stunden ein Konzert der Extraklasse mit nicht enden wollendem Applaus und »Standing Ovations«!

sh:z | FT | Ursula Raddatz | 18. Dezember 2012