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St. Nikolai im Zeichen des NDR

Vorbereitung des TV-Gottesdienstes am Karfreitag

»ARD Gottesdienst in FL« steht auf dem kleinen Aufkleber, den jemand auf den Griff des schwer beladenen Packwagens geklebt hat. In der Nikolaikirche sieht es seit gestern aus wie in einem Fernsehstudio oder bei einem großen Rockkonzert. Alles ist voller Kabel, Scheinwerfer, hellblauer Kisten; überall laufen Menschen hin und her, jemand rollt einen Plan aus, ein anderer misst mit ausgreifendem Schritt die Länge des Kirchenschiffes. In den beiden Gängen rechts und links stehen bereits Gerüste für die Scheinwerfer. Zwei knallrote Hubwagen haben Techniker an den beiden vorderen Säulen hoch in den Kirchenraum gehoben. »Das ist Standard für uns«, sagt Aufnahmeleiterin Christine Thomsen, die gegenüber im Gemeindehaus ihr kleines mobiles Büro aufgebaut hat. Drei bis vier Mal pro Jahr sendet der NDR live aus einer Kirche. Der enorme technische Aufwand für eine Live-Übertragung gehört einfach dazu. Allein 156 verschiedene Leuchten werden in St. Nikolai installiert – vom kleinen LED-Powerstick bis zum mächtigen, 40 Kilo schweren Spot auf der Orgel-Empore. Am Karfreitag werden sie den deutschlandweit zu sehenden Gottesdienst in St. Nikolai ins rechte Licht setzen. Doch auch im durch und durch professionellen Fernsehen ist nicht alles planbar. So bereitete das grelle Sonnenlicht, das auf der Südseite durch die Kirchenfenster drang, den Kameraleuten Probleme. In Gesprächen mit der Baufirma, die derzeit außen am Kirchenschiff Sanierungsarbeiten vornimmt, konnte eine frühzeitige Verlagerung der Gerüste auf die Südseite erreicht werden; »die Fenster werden jetzt für die Sendung verhängt«, so Günter Charissé, 1. Kameramann im NDR-Team.

Heute kommen die mächtigen Ü-Wagen nach Flensburg, die nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt auf dem Südermarkt geparkt werden. Der Wochenmarkt muss morgen etwas zusammen rücken. Dazu kommen die SNG (Satellite News Gathering) genannten Fahrzeuge, in denen die Technik für die Übertragung der Bilder nach Hamburg eingebaut ist. Morgen kommen Chor, Orchester, Sprecher und Pastoren für die »kalten Proben« dazu. Wer steht wo, was kommt wann? Bei den kalten Proben sind noch keine Kameras dabei. Die kommen am Donnerstag ins Spiel, wenn der Ernstfall geprobt wird. »Dann müssen wir hier auch 60 bis 70 Menschen beköstigen«, berichtet Christine Thomsen. Im Gemeindehaus wird eine Kantine eingerichtet, das Essen kommt von einem Flensburger Caterer. Auch die Maske muss im Gemeindehaus untergebracht werden; gepudert, frisiert und geschminkt wird aber nur für die eigentliche Sendung. Alle Beteiligten müssen am Feiertag früh aufstehen, die Maske öffnet um 8 Uhr. Auch wer beim TV-Gottesdienst in St. Nikolai dabei sein möchte, sollte früh am Südermarkt sein. Einlass in die Kirche ist von 9 bis 9.30 Uhr, danach definitiv nicht mehr. Es gibt keine Karten; wenn die Kirche voll ist, ist sie voll. Zwischen 9.30 und 10 Uhr erhalten die Besucher Hinweise auf die Sendung, und sie werden eingestimmt – das sogenantne »Warming up«. Wer über die notwendigen Geräte verfügt, kann den Gottesdienst in neuer HD-Qualität und mit Dolby-5.1-Klang erleben.

sh:z | FT | Joachim Pohl | 30. März 2010