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Karfreitag live aus Flensburg

ARD überträgt Gottesdienst aus St. Nikolai / Großer technischer Aufwand

Der traditionelle Karfreitagsgottesdienst im Ersten kommt in diesem Jahr aus der Flensburger Nikolaikirche – live und in hoch auflösender Qualität (HD-Technik). Alle Verantwortlichen des NDR trafen sich jetzt zu einer ersten Vorbesprechung in und vor der Kirche. Produktionsleitung und Aufnahmeleitung, Regie und Redaktion, Licht und Ton – alles war vertreten. Das rund 60 Personen große Team nimmt die Kirche schon am Sonntag vorher in Beschlag, um die mit großem technischen Aufwand verbundene Live-Sendung vorzubereiten. NDR-Redakteur Uwe Michelsen, der aus Flensburg stammt und in St. Nikolai getauft wurde, kann sich nicht an eine Gottesdienst-Übertragung aus Flensburg erinnern. Also eine Premiere. Und die hat es in sich. »Das ist fast so aufwendig wie eine Unterhaltungssendung«, sagt Produktionsleiterin Katharina Janssen. Fünf Kameras werden im Kirchenschiff positioniert, jede so, dass sie nicht im Blickfeld einer anderen ist. Dazu kommt eine weitere an einem schwenkbaren Kran. Bühnenbauer sind im Einsatz, für das Licht muss womöglich ein Gerüst installiert werden. Der Ton wird in Dolby 5.1-Qualität übertragen. Um das Team bei Laune zu halten, wird das Gemeindehaus nebenan in einen großen Catering-Bereich verwandelt.

Die Predigt wird Bischof Gerhard Ulrich halten, doch auch Nikolai-Pastor Thomas Bornemann wird am Gottesdienst beteiligt sein. Geplant ist zudem, dass eine Schauspielerin des Landestheaters den Passionstext spricht. Der ständige Wechsel zwischen Text und Musik ist prägendes Element des gesamten, einstündigen Gottesdienstes. Der Sankt-Nikolai-Chor ist mit 40 Vokalisten vertreten, ebenso das Ensemble »Ars musica« mit rund 20 Instrumentalisten. Diese Details sind wichtig für den Tonmeister Askan Siegfried, der das Kirchenschiff schalltechnisch inspizierte. Allein die Tontechnik ist mit acht Leuten an der Produktion beteiligt. »Der lange Hall ist das Problem in einer Kirche«, erläutert der Tonmeister. »Das wirkt sich auf die Sprachverständlichkeit aus.« Die Sprecher sollen so klingen, dass sie von der Gemeinde vor Ort, aber auch von den Zuschauern zu Hause an den Bildschirmen verstanden werden. »Und es soll trotzdem nach Kirche klingen«, so Siegfried. Ganz andere Probleme hatte Ü-Wagen-Leiter Ole Clausen. Er muss ein 16 Meter langes Gefährt in Kirchennähe postieren, und zwar auf möglichst ebener Standfläche. Das geht nur auf dem Südermarkt, und da ist am Mittwoch Markt. »Aber wir haben das Problem mit der Stadt gelöst«, konnte Clausen, der als Kind Duborg-Skolen besucht hat, berichten. Zum Einsatz kommt der nagelneue HD-Ü-Wagen des NDR. Der Gottesdienst am Karfreitag, 2. April, beginnt um 10 Uhr. Einlass wird gegen 9.30 Uhr sein.

sh:z | FT | Joachim Pohl | 25. Februar 2010