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Ein Instrument voller Noblesse

Harald Vogel aus Bremen beim ersten Konzert an der neuen Woehl-Orgel

Am Donnerstag Abend lauschten begeisterte und bewegte Zuhörer dem ersten Konzert an der neuen Orgel in St. Nikolai. Dazu hatte Kirchenmusikdirektor Michael Mages einen der international bekanntesten Vertreter seiner Zunft eingeladen. Prof. Harald Vogel gilt seit Jahrzehnten als der führende Organist auf dem Gebiet der hochbarocken, norddeutschen Orgelmusik.

Vogel stellte die klanglichen Qualitäten der Orgel mit einem anspruchsvollen Programm vor, das einen künstlerischen Bogen über das Zeitalter der norddeutschen Orgelmusik spannte. Für die Zuhörer, von denen viele aus Kiel, Hamburg, Lübeck und Bremen angereist waren, wurde es eine spannende Entdeckungsreise durch 150 Jahre Orgelkultur. Neben den noch heute geläufigen Namen eines Matthias Weckmann, Heinrich Scheidemann, Nicolaus Bruhns und Dieterich Buxtehude stellte Vogel auch Komponisten vor, die nur noch wenigen Kennern etwas sagen: Johan Lorentz, Joh. Rudolph Radeck und Martin Radeck, zu ihrer Zeit gefeierte Musiker in Kopenhagen, verfügen über Flensburger »Wurzeln«. Gleiches gilt für Vincent Lübeck, dessen prächtiges Praeludium in d Harald Vogel an das Ende des Konzertabend stellte. Vogel verfügt über eine exzellente Technik und, was wichtiger ist, über eine jahrzehntelange Erfahrung mit dieser Musik. Jedes Detail wird unter seinen Händen plastisch ausgeformt, daneben verfügt er über die große Geste, die zur Darstellung der Musik dieser Epoche so wichtig ist.

Und die Orgel? Unter den anwesenden Fachleuten und den ganz »normalen« Musikliebhabern herrschte Einigkeit, dass hier ein Instrument von Weltrang entstanden ist, das in seiner Noblesse und Farbigkeit seinesgleichen sucht.

sh:z | FT | 26. September 2009