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St. Nikolai: Orgeleinsatz in luftiger Höhe

Aufsehen erregendes Spektakel gestern Mittag auf dem Südermarkt: Das so genannte Fernwerk, Teil der neuen Woehl-Orgel, wurde auf den 30 Meter hohen Dachboden der St.-Nikolai-Kirche gehievt. Da sich ein Transport durch das Innere des Kirchenschiffes als nicht durchführbar erwies, mussten Handwerker eine Öffnung von vier mal 1,5 Metern in dem Dach schaffen, damit die Einzelteile des kostbaren Fernwerks mit Hilfe eines Spezialkrans unbeschadet in die Kirche gehangelt werden konnten.

Dabei handelt es sich um ein dickwandiges, stark gedämpftes Holzgehäuse, zwölf Pfeifenreihen und die historische Windlade – von der Firma Sauer für St. Nikolai im Jahre 1920 erbaut. Die Installation war in jenem Jahr wegen der grassierenden Inflation unvollendet geblieben, das Fernwerk in den 30er Jahren abgebaut und sicher verwahrt worden. Nun wird das gute Stück wieder zusammengesetzt und am 20. September zur Einweihung der neuen Orgel für Wohlklang sorgen. Die ausgelagerten Register produzieren wie aus der Ferne klingende, ätherisch-mystisch anmutende Töne. Der Schallaustritt liegt im Kirchengewölbe über dem Altar. Zu Recht ist Organist Michael Mages stolz darauf. Das Fernwerk ist etwa 50 Meter von der Hauptorgel entfernt. »Während eine Verbindung der beiden Klangkörper früher nur über eine pneumatische Steuerung möglich war«, erläutert Mages, »geschieht dies heute elektrisch – per Lichtleitertechnik.« Es gibt maximal noch fünf Kirchen bundesweit, die über eine solche faszinierende Konstruktion verfügen.

sh:z | FT | Gunnar Dommasch | 28. Januar 2009