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St. Nikolai: Finale eines mitreißenden Festivals

Dank einer Großspende aus Dänemark kann die Orgel von St. Nikolai
zum 400. Geburtstag im kommenden Jahr vollendet werden

Es ist ein kleines Wunder und ein großes Glück. Lange schien es, als würde sich die Orgel von St. Nikolai zu einer ewigen Baustelle entwickeln. Zu groß schien die Finanzierungslücke, als dass sie in Zeiten knapper öffentlicher Kassen und großer Konkurrenz um private Spenden noch auf absehbare Zeit zu schließen wäre. Und jetzt ist es geschehen: Die Lücke ist geschlossen, das Geld ist bewilligt. »Die Orgel kann zu Ende gebaut werden, einschließlich des Fernwerks«, sagte freudestrahlend Claudia Dummann, die Vorsitzende des Orgelbauvereins. Es ist vor allem ihr zu verdanken, dass es 2007 und in diesem Jahr zwei Großspenden gab, mit denen der Fehlbetrag von 600 000 Euro, der 2006 noch im Finanzierungsplan klaffte, gedeckt werden kann.

Ermöglicht wurde der letzte Zuschuss nicht zuletzt durch die historische Verbindung zu Dänemark. Die Orgel wurde von 1604 bis 1609 vom königlich-dänischen Orgelbauer Nikolaus Maas aus Kopenhagen gebaut; beauftragt von König Christian IV. Flensburg gehörte damals zu Dänemark. Die »dänischen Wurzeln« der Orgel dürften ein Grund für die Bereitschaft des A-P-Möller-Fonds gewesen sein, den Fehlbetrag von 332 000 Euro komplett zu übernehmen. »Ich war sprachlos, als der Bescheid aus Kopenhagen kam«, erinnert sich Claudia Dummann und hebt die Formulierungskünste von Alois Jessen hervor, der mit ihr den Antrag geschrieben hat. Doch auch die grenz-überschreitende Arbeit von Kirchenmusikdirektor Michael Mages dürfte eine Rolle gespielt haben. Mit seinem Orgelfestival Sønderjylland-Schleswig hat er schon vor Jahren angefangen, musikalische Bande nach Nordschleswig zu knüpfen, vor allem zum Leiter der Kirchenmusikschule Lügumkloster, Peter Langberg.

Mit Orgelbaumeister Gerald Woehl, der für das innovative Konzept des Doppelinstruments steht, ist ein Zeitplan für die verbleibenden Arbeiten vereinbart worden. In einem Gottesdienst soll die Orgel am 20. September 2009 geweiht werden. Daran wird sich eine Reihe von Jubiläumskonzerten, ein Meisterkurs für Organisten und eine Ausstellung anschließen.

sh:z | FT | Joachim Pohl | 17. Oktober 2008