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Eine Kirche für alle Sinne

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Der Kirchenraum bietet vor allem Nahrung für Auge und Ohr. Alle Sinne gar spricht das vielfältige Geschehen in der an jedem Tag geöffneten Kirche an: da sind sorgfältig und mit Liebe gestaltete Gottesdienste, liturgische und musikalische Feiern, Ausstellungen und anspruchsvolle Konzerte mit dem überregional ausstrahlenden Sankt Nikolai Chor. Da gibt es die regelmäßige Abendkirche mit biblischen Lesungen, Meditation, gregorianisch gesungenem Abendgebet, Taizè-Andachten und Friedensgebete während internationaler Krisen — alles Beispiele für ein vielgestaltiges geistliches Leben. Aber auch bescheidenere Veranstaltungen wie Friedensgebete in bedrängenden Weltlagen sind weitere Beispiele für vielfältiges spirituelles Leben in der Nikolaikirche.

Zu dieser alten Kirche gehören auch Gerüche. Manchmal werden durch sie längst vergangene Jahrhunderte gegenwärtig, je nach Witterung und Jahreszeit verschieden. Stimmungen umfangen den Besucher: ob durch den Duft der Fichtennadeln von Adventskranz und Weihnachtsbäumen im Winter, durch den der Früchte an Erntedank oder durch den der Kerzen. Bei einer Vesper an einem Adventsabend mit gregorianischen Gesängen etwa kann auch einmal der Geruch von Weihrauch die Kirche erfüllen — noch Tage später reagieren sensible evangelische Nasen.

St. Nikolai lädt ein zu Erfahrungen mit allen Sinnen. Wird doch beim Abendmahl eingeladen: »Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist ...« Es reizt auch, die Standfestigkeit der fast zwei Meter dicken Pfeiler zu erproben, indem man daran schlägt oder sie zu umarmen versucht. Gehen Sie doch einmal mit den Händen und Fingern die Fugen und die unregelmäßigen Oberflächen der spätmittelalterlichen Backsteine im Klosterformat entlang. Sie dürfen auch einmal die Schuhe ausziehen und barfüßig über die Steinplatten gehen und dem gerundeten Relief der alten Grabplatten nachspüren. Auch das sind Weisen, den Raum von St. Nikolai zu erspüren, und vielleicht werden Sie so ganz unerwartete Erfahrungen machen. Auch die Raffinesse früherer Zeiten können Sie erleben: Der ganze Altar mit den gedrehten Säulen ist aus Holz (!) — nicht aus Marmor, wie es scheint. Auf den sinnlichen Eindruck kam es den Erschaffern des Rokoko an.

Jede Zeit hat mit ihrem Verständnis von Glauben und mit ihrer Frömmigkeit Spuren in St. Nikolai hinterlassen. Weitere Beispiele: die Grabplatte »de Zule« etwa am Ostende des Südschiffes (1341, aus der Vorgängerkirche), die 1590 und 1730 für neue Grablegungen umgearbeitet wurde, die Kanzel von 1570 oder auch der Lichtträger von 2001.