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Zum 550. Jahr des Baubeginns unserer Kirche 1940 stifteten Handwerker-, Kaufmanns- und Bürgerfamilien aus St. Nikolai für ein Fenster, welche ebenfalls das starke bürgerschaftliche Element in der Geschichte St. Nikolais bezeugt. Gewiss sieht der aufmerksame Betrachter die Einstellungen der Entstehungszeit und die Kriegserfahrung durchaus in mancher Wappengestaltung gespiegelt. Denn das Projekt stand ganz im Einklang mit der nationalsozialistischen Gemeinschaftsideologie und ihren »arischen« Familienstammbäumen. Die Stifterfamilien brachten in ihren zum großen Teil neu entworfenen Wappen allerdings vor allem biblische Bezüge und »bürgerliche« Tugenden zum Ausdruck. So kann das Wappenfenster also auch als ein Zeugnis des die evangelische Kirche in Deutschland bis heute entscheidend mittragenden Bürgertums verstanden werden.

Im Jahr 2010 konnte das Wappenfenster im Rahmen einer umfänglichen Sanierung aller Fenster der Kirche durch die Fa. Rothkegel (Würzburg) restauriert werden. Dies wurde möglich durch Mittel der Gemeinde, des Kirchenkreises, der Nordelbischen Kirche sowie des Landesamtes für Denkmalschutz. Dafür ist ausdrücklich zu danken. Die Erneuerung war Anlass, das Wappenfenster einmal ausführlich nach heraldischen und familienhistorischen Gesichtspunkten zu untersuchen, darzustellen und fotografisch zu dokumentieren. Entstanden ist die vorliegende Publikation.

Ergänzt wird die Darstellung der Wappen durch den Blick auf ein weiteres Zeugnis des bürgerschaftlichen Beitrages Flensburger Familien an St. Nikolai. Sie stifteten das in Norddeutschland einzigartige Glockenspiel mit 17 Bronzeglocken in dem nach dem Brand von 1877 neu errichteten Turm. Es wurde 1909 in 60 Metern Höhe eingebaut und erklingt heute über den Dächern Flensburgs fünfmal am Tag mit Chorälen der jeweiligen Kirchenjahreszeit – inzwischen gesteuert von einer modernen computergestützten Spielanlage.

Für die Initiative und akribische Durchführung der Untersuchung und Texterarbeitung danken wir Herrn Dr. Dieter Pust, langjähriger Archivar des früheren Ev.-Luth. Kirchenkreises Flensburg. Er hat sich auf eine jahrelange Spurensuche gemacht und auch die Kontakte zu den heute lebenden Vertretern der Stifterfamilien hergestellt.

Zu danken ist ebenfalls Herrn Ulff-Günter Mau und der Sparkassenstiftung der Stadt Flensburg, die mit großzügiger Spende und Zuwendung die Finanzierung des Druckes unterstützt haben.

Nach der Restaurierung leuchtet das Wappenfenster wieder in seiner ursprünglichen Farbigkeit. Allein sein Ort – die südliche Seitenkapelle der Kirche mit Schäden im Verputz und ohne begehbaren Fußboden – bedarf noch einer angemessenen Sanierung. Die Gemeinde hofft wiederum auf bürgerschaftliche Hilfe, um die Gestaltung der »Bürgerkapelle« zum Abschluss bringen zu können.

Flensburg, im Februar 2012
Für den Kirchenvorstand von St. Nikolai: Pastor Thomas Bornemann zu den Wappen                                   zurück