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Der Raum

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Der gotische Kirchenraum, eine dreischiffige »Stufenhalle«, weist wie bei den meisten christlichen Kirchen nach Osten. Dabei leiten die mächtigen gemauerten Rundpfeiler, gleichsam einer uralten Allee, den Blick zum Altar. Es scheint, als gäbe es vor dem Altarraum ein Licht durchflutetes Querschiff – tatsächlich nehmen nur die Pfeilerabstände zu. Die hinteren vier Gewölbejoche (erster Bauabschnitt 1390-1440) sind kürzer als die späteren (1440-1480). Über dem Altarraum und dem freien Raum vor dessen Stufen ist das Gewölbe nahezu quadratisch, das letzte Joch ist wieder verkürzt. Die Pfeiler sind zu den Seitenschiffen hin geteilt. Die Rippen der niedrigeren Gewölbe der Seitenschiffe und die Arkaden zum Hauptschiff setzen im oberen Drittel an, was durch gemauerte Halbkonsolen noch betont wird, ohne das Durchlaufen der inneren Pfeilerschäfte vor der oberen Wand des Mittelschiffs zu stören. Hier kann der Blick ungehindert in die Höhe gleiten, bis über den gleich gestalteten Konsolen die Gewölbe des Mittelschiffs weiter aufwärts streben. Ist es sehr hell, kann man Reste spätgotischer Architekturmalerei erkennen. Die Idee der Straße oder des »Prozessionsweges« zu den Stufen des Altarraums und damit des Weges zu Gott, den der Mensch symbolisch im Gottesdienst geht, ist durch die Formation des Gestühls neu betont worden. Der Mittelgang wurde 1997 aus dem Vorgängergestühl im Zuge des Einbaus einer neuen Heizung wieder hergerichtet. Die einstigen Bankreihen rechts und links des damals sehr viel breiteren Mittelgangs hatte der völkisch geprägte Pastor Heinrich Kähler 1933 gegen durchgehende Bankreihen von Pfeiler zu Pfeiler ausgetauscht.



Das Mittelschiff

Dazu versetzte er die in der Mitte befindliche nachreformatorische Renaissancekanzel von 1570 um zwei Pfeiler in Richtung Altar an ihren heutigen Platz vor der Gemeinde. Von ihm ist der Satz überliefert: »Ich will einen Block von deutschen Christen vor mir haben«. In der vorreformatorischen Zeit St. Nikolais (bis 1526) feierte man Messen in einem eher zentral gedachten Raum an insgesamt 18 Altären. Der verloren gegangene mittelalterliche Flügelaltar wird den Raum anders als der heutige Rokoko-Altar nicht beherrscht haben. Einige der »katholischen Bilder« in St. Nikolai wurden im lutherischen Flensburg bereits 1598 entfernt. Der »großen Reinigung« 1840-47 fielen die Seitenaltäre, die Chorschranke, das ursprüngliche Chorgestühl und zahlreiche Ausstattungsgegenstände zum Opfer. So entstand mit den backsteinsichtigen Pfeilern, dem glatten Wandputz und der Absenkung des Fußbodens um ca. 60 cm der freie Blick auf den Altar sowie insgesamt der heutige Charakter des Raumes.