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Evangelische Messe



Martin Luther
Evangelische Messe ... das scheint ein Widerspruch zu sein. Denn »Messe« ist, wenn nicht eine Gewerbeschau, dann ein katholischer Gottesdienst. So haben wir es gelernt. Doch auch in der evangelischen Kirche, insbesondere unserer evangelisch-lutherischen, gibt es eine Tradition, die die alten Formen des Gottesdienstes hoch hält, auch wenn vielen Menschen das »katholisch« vorkommen mag. In der Grundform geht dieser Gottesdienst auf Martin Luther selbst zurück. Luther war ein eher konservativer Mensch, der nicht alles abschaffte, sondern eben nur das, was seiner neuen Lehre widersprach. Aus dem Grunde ging er bei der Entwicklung neuer Gottesdienstformen recht sorgsam vor. Er orientierte sich an der herkömmlichen katholischen Messe und machte sie evangelisch, das heißt, er legte den Schwerpunkt auf das hörbare Bibelwort und auf die biblische Auslegung des Heiligen Abendmahls als Gemeinschaft der Christen untereinander und ein sichtbares Zeichen der Sündenvergebung, das angenommen wird im Glauben. So enthält die Evangelische Messe immer das Abendmahl. Anders sollte jeder Abendmahlsgottesdienst eine Evangelische Messe sein; sie wurde schon damals nach der Reformation in jeweiliger Landessprache gefeiert, damit die Gottesdienst-Teilnehmenden diese verstehen konnten. Gleichwohl hat Luther die Messe in lateinischer Sprache für evangelische Christen hoch geachtet.

In seiner Schrift »Deutsche Messe und Ordnung des Gottesdienstes«, 1526, schrieb Luther: »Es gibt drei verschiedene Gottesdienste: erstens eine lateinische Form, welche wir früher haben hinaus gehen lassen, und die Formula Missae heißt. Diese will ich nicht aufgehoben oder verändert haben, sondern wie wir sie bisher bei uns gehalten haben, so soll es frei sein, sie zu gebrauchen, wo und wann es uns gefällt oder bestimmte Gründe uns dazu veranlassen. Denn ich will auf keine Weise die lateinische Sprache aus dem Gottesdienst ganz wegkommen lassen. Denn es ist mir alles um die Jugend zu tun.

Und wenn ich's vermöchte, und die griechische und hebräische Sprache uns vertraut wäre wie die lateinische und so viele feine Musik- und Gesangsstücke hätte, wie die lateinische sie hat, so sollte man einen Sonntag um den anderen in allen vier Sprachen, deutsch, lateinisch, griechisch und hebräisch, Messe halten, singen und lesen«.
 



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Martin Luthers persönliches
Zeichen: die Lutherrose